Außensaunen sind zwar für extreme Witterungsbedingungen ausgelegt, doch bei Umgebungstemperaturen von –20 °C oder gar –25 °C reichen die üblichen Betriebsweisen nicht mehr aus. Bei diesen Temperaturen ist die Sauna nicht nur der Kälte, sondern auch extremen thermischen Belastungen ausgesetzt, die Holz, Stein, Glas und elektrische Bauteile in Mitleidenschaft ziehen.
Die Nutzung einer Außensauna auch bei strengen Winterbedingungen ist möglich – vorausgesetzt, Heizung und Kühlung erfolgen korrekt. Dieser Artikel stellt ein praktisches Betriebsprotokoll für Außensaunen bei –25 °C vor und konzentriert sich dabei auf kontrollierte Aufheizphasen, sichere Kühlung und Langlebigkeit.
Warum –25 °C eine kritische Schwelle für Außensaunen darstellt

Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass –25 °C einfach nur „etwas kälter als üblich“ sei. In Wirklichkeit stellt diese Temperatur eine strukturelle und mechanische Schwelle dar, an der mehrere Belastungsfaktoren gleichzeitig auftreten:
- Die Saunaanlagen sind aufgrund der extremen Kälte vollständig zusammengezogen.
- Steine, Heizelemente und Wände haben von Anfang an Temperaturen unter Null Grad.
- Die Temperaturunterschiede zwischen den Oberflächen werden extrem
- Elektrische Heizgeräte arbeiten unter dauerhaft hoher Last
Die größte Gefahr geht nicht von der Kälte selbst aus, sondern von schnellen Temperaturänderungen . Schäden entstehen meist dann, wenn eine gefrorene Sauna zu schnell erhitzt wird.
Wichtigste Risikogebiete bei extremen Winterbedingungen
Beim Betrieb einer Außensauna bei –25 °C ist in folgenden Bereichen besondere Aufmerksamkeit zu beachten:
- Holzkonstruktionen. Schnelles Erhitzen führt zu ungleichmäßiger Ausdehnung des Holzes, was unter Umständen zu verzogenen Türen, überlasteten Verbindungen oder Oberflächenrissen führen kann.
- Saunasteine. Das Übergießen vollständig gefrorener Steine mit Wasser erzeugt einen Temperaturschock. Dadurch können die Steine brechen und es entsteht kratziger, unangenehmer Dampf.
- Kondensation und Feuchtigkeit. Warme Luft kondensiert sofort an kalten Oberflächen. Wenn nach der Benutzung Feuchtigkeit in der Sauna eingeschlossen wird, kann diese über Nacht gefrieren und die Materialien mit der Zeit angreifen.
- Elektrische Saunaöfen. Der Dauerbetrieb mit maximaler Leistung erhöht den Energieverbrauch und beschleunigt den Verschleiß von Heizelementen und Steuereinheiten.
Empfohlener Heizplan bei –25 °C
Bei extremer Kälte ist das wichtigste Prinzip die allmähliche und kontrollierte Erwärmung .
Empfohlenes Heizprotokoll für –25 °C:
- Phase 1: Strukturelles Aufwärmen (0–20 Minuten). Betreiben Sie den Ofen mit ca. 50–60 % Leistung. Ziel ist es, die Saunastruktur, die Steine und die Luft schonend zu erwärmen, ohne starke Temperaturunterschiede zu erzeugen.
- Phase 2: Wärmespeicherung (20–40 Minuten). Erhöhen Sie die Leistung auf 70–80 %. In dieser Phase beginnen die Saunasteine, die Wärme effektiv zu speichern, und die Innentemperatur steigt stetig an.
- Phase 3: Betriebstemperatur (40–60+ Minuten). Erst jetzt sollte die Heizung mit voller Leistung laufen, um die gewünschte Saunatemperatur (typischerweise 80–90 °C) zu erreichen.
Bei –25 °C kann die Aufheizzeit 30–50 % länger sein als unter milden Winterbedingungen. Dies ist normal und zu erwarten.
Warum volle Leistung von Anfang an eine schlechte Idee ist
Das Umschalten der Heizung auf maximale Leistung erzeugt sofort extreme Temperaturunterschiede zwischen:
- Die Steinoberfläche und der Steinkern
- Die Luft und die Strukturelemente
- Heizkomponenten und umgebende Materialien
Dadurch erhöht sich das Risiko von Materialermüdung, Steinschäden und unnötiger Belastung des Heizgeräts. Geregelte Heizung verbessert Komfort, Sicherheit und Lebensdauer.
Abkühlen: Der vergessene, aber unerlässliche Schritt
Eine korrekte Kühlung ist genauso wichtig wie eine korrekte Heizung – insbesondere im Winter.
Nach der Saunabenutzung wird Folgendes empfohlen:
- Vermeiden Sie es, die Sauna unmittelbar nach dem Abschalten der Heizung zu verschließen.
- Lassen Sie kurz lüften, solange der Innenraum noch warm ist.
- Überschüssige Feuchtigkeit sollte entweichen, bevor die Temperaturen wieder sinken.
Wenn warme, feuchte Luft in einer geschlossenen Sauna eingeschlossen ist, kann das Kondenswasser über Nacht gefrieren. Mit der Zeit kann dies Holz, Befestigungselemente und Armaturen beschädigen.
Energieverbrauch bei extremer Kälte
Extreme Kälte bedeutet nicht automatisch überhöhte Stromkosten, beeinflusst aber das Nutzungsverhalten:
- Längere Aufheizzeiten
- Längere Perioden mit hoher Heizleistung
- Höhere Empfindlichkeit gegenüber der Dämmqualität
Eine gut isolierte Außensauna bei –25 °C verbraucht oft insgesamt weniger Energie als eine schlecht isolierte Sauna bei –10 °C. Die Qualität der Isolierung ist einer der wichtigsten Faktoren für die Energieeffizienz im Winter.
Häufige Betriebsfehler im Winter
- Heizung mit voller Leistung ab der ersten Minute
- Wasser auf gefrorene Steine gießen
- Die Sauna über Nacht geschlossen und feucht lassen.
- Sommerliche Lüftungseinstellungen im Winter verwenden
Wann es besser ist zu warten

In manchen Situationen ist Geduld die beste Option. Erwägen Sie, die Saunanutzung zu verschieben, wenn:
- Die Sauna wurde seit langer Zeit nicht mehr beheizt.
- Die Innenflächen sind stark feucht.
- Die Isolierung ist minimal oder mangelhaft.
In solchen Fällen kann eine langsamere Aufwärmphase – oder das Abwarten milderer Bedingungen – langfristige Schäden verhindern.
Abschluss
Außensaunen können auch bei –25 °C sicher genutzt werden, doch extreme Kälte erfordert Disziplin. Langsames Aufheizen, kontrolliertes Abkühlen und ein optimales Feuchtigkeitsmanagement sind entscheidend für Sicherheit, Komfort und Langlebigkeit. Ein korrektes Vorgehen bei –25 °C ist keine Einschränkung, sondern eine Investition in die langfristige Funktionsfähigkeit Ihrer Sauna.
